ARNULF RAINER

Arnulf Rainer wurde am 8. Dezember 1929 bei Baden geboren, und zählt heute zu einem der einflussreichsten Künstler der Gegenwart und einem der bekanntesten österreichischen Maler und lebt heute in Wien, Oberösterreich und Bayern sowie auf Teneriffa. Er gilt als Begründer des Informel in Österreich, und ist heute vorallem für seine Übermalungen international bekannt.
Wie kaum ein anderer Künstler hat Arnulf Rainer in seiner kompromisslosen Suche nach Ausdrucksmitteln von Anfang an radikal neue Verfahrensweisen entwickelt. Rainers Werk ist bestimmt von der Suche nach neuen Wegen in der Malerei und die stetige Entwicklung neuer künstlerischer Strategien, umfangreiche Schriften begleitet von performativen Arbeiten sind außerdem bezeichnend für sein Werk.
1950 gründete er zusammen mit Ernst Fuchs, Anton Lehmden, Arik Brauer, Wolfgang Hollegha, Markus Prachensky und Josef Mikl die Hundsgruppe, mit der er 1951 ein Mal ausstellte. Im Sommer 1951 besuchte er dann, zusammen mit Maria Lassnig, André Breton in Paris.
1953 lernte er in Wien den Priester Otto Mauer kennen, der ein Jahr später die Galerie nächst St. Stephan gründete und damit die österreichische Avantgarde förderte. Gemeinsam mit seinen langjährigen Malerkollegen Wolfgang Hollegha, Markus Prachensky, Josef Mikl gründete er 1956 die Malergruppe „Galerie St. Stephan“ unter der Leitung von Otto Mauer.
Im malerischen und grafischen Werk Arnulf Rainers ist die Farbe Schwarz Programm. Durch die Beschränkung auf Schwarz, das als Nullpunkt aller Buntfarbigkeit gilt, legt Rainer fest, was ihm in seiner Kunst wichtig ist: das expressive Potenzial. Schwarz signalisiert für Rainer Reduktion, Konzentration und gestische Expression.
Arnulf Rainers Werk konfrontiert den Betrachter immer wieder mit dem Gegensatz von Bild und Abbildlosigkeit, ohne dass sich darin ein Widerspruch oder unauflöslicher Gegensatz verbergen würde.
In den Jahren 1968/69, ist die Auseinandersetzung von Gesichtsmimiken für Arnulf Rainer  Zentrum seines künstlerischen Interesses. In öffentlich zugänglichen Fotoautomatenkabinen verzerrt er sein Gesicht zu Grimassen. Diese Fotos werden zum Ausgangspunkt genommen und in einem nächsten Schritt vergrößert, über-und bearbeitet. Es entstehen die Face Farces und Body Poses, die mit einem Fotografen im Atelier inszeniert werden. Sie stellen Rainers performativen Beitrag zur Aktionskunst dar und zeigen seinen völlig eigenständigen Umgang mit dem Medium Fotografie. Als dialektische Antwort auf die Zumalungenentstehen ab Ende der 1990er-Jahre die farbigen, transparent irisierenden Schleierbilder. Frei auf den leeren jeweiligen Malgrund aufgetragen, entwickeln sich komplexe Licht-und Farbräume.