MARKUS PRACHENSKY

„ …retournons á la peinture.“

­-Markus Prachensky 1961

Markus Prachensky wurde am 21. März 1932 in Innsbruck geboren und ist am 15. Juli 2011 in Wien gestorben.
Im Jahr 1952 beginnt Markus Prachensky sein Studium an der Akademie der bildenden Künste in Wien in der Meisterklasse von Josef Dobrowsky wo er sich sehr schnell mit den Kollegen Wolfgang Hollegha und Josef Mickl anfreundete. Auch Arnulf Rainer war ein wichtiger Freund Prachenskys. Angeregt durch dieses Umfeld junger Avantgardeküntler, sowie durch die damals in Wien stark diskutierten Werke von Piet Mondrian und Ad Reinhardt verfolgte Prachensky in dieser ersten Phase etwa zwischen 1953 bis 1955 einen abstrakt-geometrischen Stil.
1956 schloss Prachensky sein Architekturstudium ab, widmete sich ab diesem Zeitpunkt ausschließlich der Malerei. In dieser Zeit entwickelte Prachensky seine markante, auf kräftige Impulse sowie auf ausschließliche Dominanz der roten Farbe reduzierte Ausdrucksästhetik.
Die Entwicklung von Markus Prachensky im weiteren Verlauf der sechziger Jahre zeigt, dass er die damals auftretenden Strömungen des Aktionismus, der Materialkunst und der Medienkunst zwar aufmerksam, aber distanziert beobachtete. In späteren Jahren kehrte Prachensky wieder zu einer stark gestischen Ausdrucksweise zurück, in welcher Zeit auch seine Landschaftsassoziationen für das Verständnis seiner Werke charakteristisch werden. Während Prachensky in seinen früheren Werken seine Bilder objektneutral nach den Ateliers und Orten, wo die Bilder entstanden sind benannte, bezeichnete dieser in seinen späteren Werkserien seine Werke nach den Landschaften, an welchen er sich zu Zeit der Entstehung aufgehalten hatte, oder nach Musikstücken, die während des Malvorgangs auf ihn einwirkten. Markus Prachensky arbeitete bekanntlich in Serien. Wie Klaus Albrecht Schröder im Jahr 2000 in einem Essay zu Markus Prachenky bemerkte,  variiere Prachensky die farbige Erscheinung innerhalb einer Serie jedoch kaum, stattdessen organisiere dieser vielmehr dieselben Farbbahnen formal wie kompositorisch immer wieder neu.
Ebenso äußerte sich Wolfgang Fleischer in einem Essay anlässlich der Retrospektive zu Markus Prachensky im Jahr 2002, dass das was auf Prachenskys Bilder alle gleichermaßen zutreffe,  sei ein sichtbarer Zeitablauf, man hätte bei der Betrachtung von Prachenskys Werken die gesamte Dynamik ständig vor sich und nicht nur eine beliebige Momentaufnahme.
Prachenskys Bilder versteht nur, wer bereit ist, sie als einen Prozess zu verstehen. Man muss empfinden, was sich in ihnen zuträgt. Ansonsten versäumt man das Beste und freut sich nur daran, wie Farbbahnen und Kraftströme mit- und gegeneinander kämpfen, sich in Balance halten, Gleichgewichte stören und wieder herstellen. Aber Prachenskys Malerei ist nicht l´Art pour l´Art; sie ist nicht ein Spiel mit Formen, und seien sie auch noch so dynamisch auf die Leinwand gesetzt, dass sie an den Knotenpunkten zerbersten.“ , zitiert nach Klaus Albracht Schröder.